Aphorismen - Weltbild: Anstieg - 1905

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   S. 314

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...

1905

[1478]

Der Mensch hat kein Vorrecht auf Rücksicht. Groß und unbeirrt

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geht die Natur ihren Gang, und Legionen denkender Wesen fallen
als Opfer, weil ihr Denken noch nicht Macht genug über ihr
Leben gewonnen hat.

   S. 315

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[1479]

Wie könnten wir die große Selbstkorrektur des Lebens anders als
ahnungsvoll verfolgen?

[1480]

Wenn man den Sternenhimmel mit Ernst betrachtet, wird man
gestehen müssen, daß Gott, der Schöpfer, der größte Gedanke

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war, der je in ein Menschengehirn kommen konnte, wie zugleich
Gott, der Sittenrichter, einer der beschränktesten. Aber so gewiß
der letzte unzählige Male bis zu Ende gedacht worden ist, so ungewiß
ist es, ob der erste je in seiner ganzen unerhörten Mächtigkeit
Herz und Hirn eines Sterblichen ergriffen und zerstört hat.

[1481]
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Leben ist die Suche des Nichts nach dem Etwas.

[1482]

Ein Mensch, dessen ganzes Leben daraufgerichtet ist, das Rätsel
Christi zu lösen.

[1483]

Jeder Mensch ist ein neuer Versuch der Natur, über sich ins reine
zukommen.

 

 

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Kommentar

Zu finden in der
Stuttgarter Ausgabe: Band 5, S. 314f.