Sehnsucht (aus Gedichte aus dem Nachlass)

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Hier in Bergeseinsamkeiten
brennt mein Wesen, dich zu halten,
zu entrückten Wirklichkeiten
unsre Träume zu gestalten;

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unter diesen Tannen möcht ich
mit dir wandern, Mund an Munde,
und mit deinem Braunhaar flocht ich
uns in eins zu zartem Bunde...

Bis den allzutraut Verschlungnen

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sich die Schritte bang verwirrten
und der Leidenschaft-Bezwungnen
Blicke heiß die Runde irrten:
dass auf sanften Mattenlehnen
eine treu umbuschte Stelle

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ihrer Jugend starkem Sehnen
heimlich hold entgegenschwelle.

O wie wollten wir hier oben,
Liebste, Tag und Nacht verküssen,
allem Sittenwahn enthoben,

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aller Vorsicht trocknen Schlüssen!
Komm, o komm durch alle Weiten!
lass uns hier im Bergesgrunde
feiern unsrer Hohen Zeiten
unaussprechlich süße Stunde!

 

 

Lyrik | Gedichte aus dem Nachlass Teil 3
Ich möchte schlafen | Ich sehen mich | Der Bergsee | Εν χαι παν | Die ersten Maiglöckchen im Krankenzimmer | An Felix Dahn | Es Heauton | Zudringlich Glockenspiel | Den Mond | Es pfeift der Wind... | Moriturus te saluto | Ich lobe dich | Der Enkel spricht | Wir kennen uns | Entsage | Von Kopf bis zu den Füßen | Waldes-Zauber | Die sonderbare Harfe, I. Fassung | Die sonderbare Harfe, II. Fassung | Guter Rat | Den Freunden | Ich saß an einer Orgel | Dank | Eine einsame Rose | Und ob du deinen | Die Nacht | Sonnenaufgänge | Am Gardasee | Am Himmel der Weihenacht | Winter-Idyll | Höchste Sprache | An die Musik | Beethoven | Was sich der Leib | Wenn so im Dorf | Entfernung | Auf des Zeisigs Tod | Sehnsucht | Gesang | Wer wandelt dort | Frau Sorge | November | An ** | Deiner Augen graue Meere | Ihr armen Schmetterlinge | Böcklin-Ausstellung | Komm und küss mich | O holdeste Stunden | Wenig geistreiches Weinlied | Erfass es


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Zu finden in der
Stuttgarter Ausgabe: Band 1, S. 601
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