Kurt Schlögl

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Einband vorn
Bild aus Zeitungsausschnitt
Titel
Kurt Schlögl: Was ist groß und zugleich klein? Gedichte des Widerspruchs
Illustrationen
Stefan Zsaitsits
Auflage
1. Auflage 2005, edition nove, Horitschon
ISBN
ISBN 3-902518-60-X
Größe, Seiten, Bindung
11,8 x 19 x 0,9 cm
147 S.
Paperback
Bemerkungen
Rückseitentext:
'Was ist groß und zugleich klein?' ist eine brisante und bisweilen sehr persönliche Gedichtmischung. Sie wirft mehr Fragen auf, als sie beantwortet. Auch solche, die Sie sich nie gestellt hätten.
Wenn zwischendurch heiteres Reimwetter vorherrscht - das nächste Unwetter kommt sofort - und dann doch erst später. Denn ein roter Faden - wenn es ihn geben sollte - sind Widersprüche jeder Art und im doppelten Wortsinn: als Paradoxie und als Gegenrede. Etwa gegen die Widerwärtigkeit von Autoritätsmissbrauch.
Bedrückende Wahrheiten - auch sie kommen vor, und das nicht am Rande - erscheinen in Form von eingängigen 'Kinderversen'. Einfach(st)e Formulierungen inbegriffen. Die sind ja oft am kompliziertesten zu finden.
Da ich bisher vorwiegend als bildender Künstler tätig war und sozusagen in fremden Revieren wildere, glaube (und hoffe) ich, dass dieses Buch, eigentlich: diese fünf Gedichtbüchlein, von einer gewissen lyrischen Unvoreingenommenheit und Respektlosigkeit geprägt sind, die man sonst vielleicht eher der Jugend zuschreibt. Wobei es sich in diesem Fall um eine Alterserscheinung handelt. Eine kleine paradoxistische Ungereimtheit eben, ähnlich jenem Gedicht, das fast zur Gänze aus einem durchgestrichenen Text besteht, die Sache damit aber erst auf den Punkt bringt...
Zeitungsauschnitt:
Lyrik, die unter die Haut geht
Mit einem Gedichtband macht Kurt Schlögl zur Zeit von sich reden
BRUCK/LEITHA (cz). Mit dem Band „Was ist groß und klein zugleich?" schuf Schlögl Lyrik, die laut dem Künstler "in erster Linie in der Absicht geschrieben wurde, um vorgetragen zu werden". Der Band ist ein brisante Mischung aus teilweise sehr persönlichen und kritischen Gedichten. Das Buch das im Novum Verlag erschienen ist besteht aus einer Sammlung von fünf Gedichtbänden und ist nicht unbedingt das was sich der Leser gemeinhin als Lyrik vorstellt.
Über seine Fähigkeiten verwundert
"Der Band stellt einen gewissen Anspruch, es handelt sich um Literatur, die nicht abgehoben, aber auch nicht traditionell ist", erklärt Schlögl. Über seine gelungenen Ausdrucksformen zeigt sich der Künstler selbst ein wenig überrascht. "Bei Teilen des Bandes handelt es sich um eine Aufarbeitung von chmerzhaften Erlebnissen. Ich habe selber nicht gewusst, dass ich Gedichte in dieser Tiefe schreiben kann", zeigt sich Schlögl über seine gekonnten lyrischen Fähigkeiten verwundert. Diese literarische Form der Ausdrucksweise will Schlögl in Zukunft fortsetzen und sich noch mehr auf das Schreiben konzentrieren. Das soll aber nicht bedeuten, dass er seine weiteren künstlerischen Darstellungen vernachlässigt. Gekonnt illustriert wurde der Gedichtband vom jungen Kreativtalent Stefan Zsaitsits. Für Schlögl ist Zsaitsits ein "ausgezeichneter Illustrator mit dem es sicher noch weitere Projekte gibt".
Inhalt
Eine blecherne Glocke läuten
    Dreiunddreißig Gedichte gegen die große Verdrängung
Wo wart ihr, als die Blumen froren?
    Frost- und Hitzegedichte
Was macht die Nacht am Tag
    Gerüchte, Gerichte, Gedichte
Das asthmatische Wiesel
    Variationen zu Christian Morgenstern
Dreizehn dumme Diktatoren
    Diktatoren- und Tortengedichte
Statt einem Nachwort
Auszüge

Eine blecherne Glocke läuten

Ich möchte die Tränen der Trauernden sammeln
und die Wörter, die verängstigte Kinder stammeln.
Ich möchte die schlaflosen Nächte zählen,
in denen nagende Fragen quälen.
Ich möchte die Schmerzen der Seele messen,
die langsam und leise die Zukunft fressen.
Ich möchte die stummen Zeichen deuten
und für sie eine blecherne Glocke läuten.
Ich möchte die Silben der Stotterer kennen
und Namenlose beim Namen nennen.
Ich möchte die Wut der Verzweiflung erfassen
und die Ohnmacht aus dunklen Löchern lassen.
Ich möchte durch die Weiten der Einsamkeit schreiten
und ihr dadurch ein Ende bereiten.


Ringelnatz und Morgenstern
liest und memoriert man gern.
Morgenstern und Ringelnatz gehören zum Zitatenschatz.

Ringelnatz und Morgenstern
verwechselt und vertauscht man gern.
Morgenstern und Ringelnatz
stehen dann am falschen Platz.

Ringelnatz und Morgenstern
sind beide nicht von vorgestern.
Morgenstern und Ringelnatz
sind hochmodern in jedem Satz.



Erstes Getichd:

DER
ÄSEL

Ein Äsel
sahs gefesel
t auf einen Orensäsel.

Wist ir
weshalb?

Ein böser Reuber
verit es mir
im Stilen:

Das arme Tier
hat man gefeselt
ganz one Grunt
und wieder seinen Wilen.


Nein, eine Kuriosität sind die Gedichte nicht. Aber trotz manchem Ernst kann man auch schön lachen. Und da ich erstmal keine andere Kategorie gefunden habe, wirds hier eingeordnet:

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