Füchslein-Leben
Einen Jungen-Fuchsen-Reigen
will euch hier Klaus Burrmann zeigen.
Sommermorgens schon um viere
läßt Mama die kleinen Tiere
aus den Zimmerchen des Baus
auf den Wiesenplan hinaus.
Tanzen dürfen dort im Ringel-
reihn die kleinen roten Schlingel;
denn am Tag ist keine Zeit
zu solch feiner Lustbarkeit.
Seht, da geht die Sonne auf.
Nun beginnt der Tageslauf.
Fuchspapa erscheint und spricht:
Jetzt beginnt mein Unterricht!
"Denke dir, mein lieber Knabe",
spricht er zu dem jüngsten Knaben:
"Denke dir, ich war' ein Rabe!
Nun! Wie fängt man einen Raben?"
Peter (wie der Kleine heißt)
ist nun just kein großer Geist,
doch sein Schwesterchen Elise
legt sich stracks platt auf die Wiese.
Und obwohl ihr gar nichts fehlt,
stellt sie tot sich und entseelt.
Drauf fängt Vater Fuchs voll Lächeln
mit den Armen an zu fächeln
und begibt sich hupfend flugs
zu dem tot vermeinten Fuchs -
ganz so wie ein Rabe täte,
der ein Beutestück erspähte.
Und schon packt er ihre Pfote. -
Doch da springt sie auf, die "Tote"!
Kneift ins Bein ihn und - fürwahr!
fraß' ihn auf mit Haut und Haar,
wär's der eigne Vater nicht,
welcher stolz nun also spricht:
"Siehst du, Peter, deine Schwester
weiß schon mehr als du, mein Bester.
Peterchen, was bist du doch
für ein kleiner Dummkopf noch!"
Kommentar
- Zu finden in der
- Stuttgarter Ausgabe: Band 3, S. 434f.
- Illustriert von
- Fritz Beblo
Gedicht ist Teil des Buches Klaus Burrmann, der Tierweltphotograph.