Die Schreibmaschine
Korf erfindet eine Schreibmaschine,
die, daß sie gewählten Zwecken diene,
nicht mit Farben schreibt, vielmehr mit Feuer
und auf Wolkenfetzen ungeheuer.
Sitzt er mitternächtlich an den Tasten,
glaubt man an ein meteorisch Glasten.
Doch es ist ein neu Poem, von Korfen
in den Raum zu kurzer Schau geworfen.
Massenweise strömt man zur Lektüre,
späht aus Speicherguck und Dachfalltüre,
und in blitzesschnellen Arabesken
liest man Korfs gigantische Grotesken.
Auf dem Söller seines Hauses kauernd
und auf Cumulus und Stratus lauernd
harrt er halbe Nächte, fabelnd, grübelnd,
und dem Raum sein blankes Blau verübelnd.
Nahen endlich wieder Wolkenlasten,
stürzt er sich gewaltig auf die Tasten;
und empor auf feurigen Kothurnen
funkeln Korfs phantastische Notturnen.
Kommentar
- Zu finden in der
- Stuttgarter Ausgabe: Band 3, S. 255