Die Priesterin

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Nachdenklich nickt im Dämmer die Pagode ...
Daneben tritt aus ihres Hauses Pforte
T'ang-ku-ei-i, die Hüterin der Orte
vom krausen Leben und vom grausen Tode.


Aus ihrem Munde hängt die Mondschein-Ode
Tang-Wangs, des Kaisers, mit geblümter Borte,
in ihren Händen trägt sie eine Torte,
gekrönt von einer winzigen Kommode.


So wandelt sie die sieben ängstlich schmalen
aus Flötenholz geschwungnen Tempelbrücken
zum Grabe des vom Mond erschlagnen Hundes -


und brockt den Kuchen in die Opferschalen -
und lockt den Mond, sich auf den Schrein zu bücken,
und reicht ihm ihr Gedicht gespitzten Mundes ...


v.K.


Übersetzungen

italienisch (aus Palmstroem e altri Galgenlieder)

La Sacerdotessa

Di pagoda in sonno e ombra per le porte,
meditabonda, esce dalle sue celle
T'ang ku ài, che dal tempio a un tempo espelle
fragor di vita e orror cupo di morte.

Le penzola dal labbro, lavorata
in pendaglio dall'orafo di corte,
l'Ode del Sir Tang Wang «Tra Luna e Stelle»;
reca in man, giusta il rito, fra le Torte
la più sacrale, al sommo coronata
da teca per minuscole scodelle.

Sette d'eletto legno esili varca
ponti arcuati — come non tremare? —
e, attinta alfin la Sepolcrale Arca

del Cane dalla Luna Ucciso, sbriciola
l'Offa e al Nume Lunare in su l'altare
porge, sporgendo il labbro, il Carme pendulo.

(v. K)


Kommentar

Entstehung:
Erstdruck:
Vertont von: Paul Graener
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