Das Löwenreh
Das Löwenreh durcheilt den Wald
und sucht den Förster Theobald.
Der Förster Theobald desgleichen
sucht es durch Pürschen zu erreichen,
und zwar mit Kugeln, deren Gift
zu Rauch verwandelt, wen es trifft.
Als sie sich endlich haben, schießt
er es, worauf es ihn genießt.
Allein die Kugel wirkt alsbald:
Zu Rauch wird Reh nebst Theobald ...
Seitdem sind beide ohne Frage
ein dankbares Objekt der Sage.
Kommentar
- Zu finden in der
- Stuttgarter Ausgabe: Band 3, S. 198
- Überlieferung
- 4. Februar 1906
- Druck
- Der Ginganz, 1919
- Vertont von
- Alfred Uhl
- Illustriert von
- Klaus Ensikat | Fritz Huhnen
Prof. Cureau, der Herausgeber des III. Bandes der Stuttgarter Ausgabe und Verfasser der Doktorarbeit Christian Morgenstern humoriste (Univ. Sorbonne, Paris, gedruckt Bern, Frankfurt New York 1986), vertritt die Ansicht, dass es in der 8. Zeile statt
- "er es, worauf es ihn genießt."
- "er es, worauf er es genießt."
heißen müsse. Eine genauere Begründung ist im Kommentarteil des III. Bandes der Stuttgarter Ausgabe noch nicht zu finden.
Obwohl das Gedicht schon 1906 entstanden ist, wurde es erst 1919 mit Margareta Morgenstern als Herausgeberin veröffentlicht. Eine Handschrift ist nicht mehr vorhanden.