Aus inneren Kämpfen
In heißem Taumel
hatt' ich mich hingeworfen,
meines Herzens
geheimste Quellen
brachen auf und strömten
über mein Antlitz.
Meiner Seele
glühendste Gluten
fluteten aus
in schrankenspottender Kraft.
Und meine Hände
krampften sich ineinander
als war' es so Gesetz der Natur.
Und ich lag da
in wortlosem strömenden Beten.
Zu wem?
Um was?...
O frage nicht!
Zu niemand und um nichts.
Denn nimmer kehr ich
zu alten Göttern
aus feiger Ruhsucht,
ich hätte sie denn
im Innersten
wieder erkämpft.
Doch was da sprach
in jener Stunde,
es war die glühende
ausströmenwollende
Sprache des Herzens.
Mein ganzes Menschsein
floss hingegossen
in diesen Wogen.
Unendliches Bangen,
unendliche Sehnsucht,
Enttäuschungsqualen,
und Hoffnungsschimmer...
Wovon man vor Menschen
vergeblich redet,
da auch der liebste
es nicht versteht.
Sie suchten und langten
nach einer Seele,
der sie sich geständen,
nicht in Worten,
nur in stummer
hinkniender Demut,
sie suchten und langten
nach einer - Gottheit.
Ein Wahnsinn wohl,
und doch ein schöner!
Sie träumten von einem,
einem Herzen,
das sie verstände
mit übergewaltiger Liebe,
das ihnen entgegenschlüge
und hörte, hörte,
was dieses Herz
in überweltlicher Sprache
weinte und zitterte.
O wäre nur dies!
Keine Hilfe, keine Gnade,
kein Zeichen vom Himmel!
Nur ein liebend geneigtes Haupt
dunkel stammelndem Beten!
Kommentar
- Zu finden in der
- Stuttgarter Ausgabe: Band 1, S. 552f.