Aphorismen - Theater - 1902

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   S. 138

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1902

[585]

Das Reden auf der Bühne wirkt oft sehr komisch. Nur zu oft sieht
man Dramatiker, die an die Wirksamkeit eines einzelnen Wortes,
einer Rede, eines Disputs glauben und uns nötigen wollen mitzuglauben,
daß Schicksale durch Reden entschieden werden, statt

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daß solche Reden nur Ausschlag tieferer Strömungen sind, die
ahnen zu lassen seine eigentliche Aufgabe wäre.

[586]

Dies ist das Merkwürdige: Man vermag sich diese Borgia nicht
anders als finster vorzustellen. Und damit fälscht man ihr Bild
aus seiner eignen Dekadence heraus.

 

 

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Kommentar

Zu finden in der
Stuttgarter Ausgabe: Band 5, S. 138
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