Aphorismen - Symphonie - 3. Satz
S. 390
...
- [Zum III. Satz: Venus Kobold. Scherzo]
- [1834]
Allzu kleiner Humor.
- [1835]
Und überhaupt? Shakespearisch, shakespearisch!!!
- [1836]
Immer alles
nur beim rechten, innersten Namen nennen. (Die
Worte aufschlitzen und aus ihren Eingeweiden wahrsagen.)
- [1837]
Zeit der Feiglinge. Vom Kaiser bis zum Hungerer.
- [1838]
Alles von der Nich
t-Illusionsseite betrachtet. Große Nacktheiten.
Erotik, Mystik, Kritik.
- [1839]
Hinter allem Menschentreiben, -schalten und -schreiben sah ich
die Mutter Natur, das egoistische große Weib stehen, die
Menschheit wie eine Marionette zu seinem Zwecke behandelnd.
- [1840]
Auf ehernen Becken (Weisen der Notwendigkeit). Was du auch
leidest, wie sehr du dich freust - was kümmert's das Leben. Auf
der Welle ist Schaum und weißer Staub - was kümmert's die
Welle. Sie geht hinauf und hinab, gleichgültig gegen das, was auf
ihr geschieht.
S. 391
- [1841]
Kinder
- [1842]
Kinde
r. (Das muß wunderbar schön werden.)
Reigen: Gib die Hand
und tanze den Tanz
der flügelgefiederten Füße.
- U - U - U U -
- - U U -
- [1843]
Resignation, heiter: Wir spielen uns selbst grandiose Weisen vor.
Was Nachwelt! Was »Unsterblichkeit«! Wir leisten uns eben unglaublich
Großes für unsere
Zeit. Denn spätere Völker werden
vielleicht alle Kultur zum Teufel werfen oder doch unendlich vereinfachen,
wenn sie die Vergangenheit - unsere Gegenwart -
durch ihre Fülle nicht verrückt machen soll.
- [1844]
Dithyrambe. Die Erde ist mir zu eng für mein Fühlen! Ich muß
die Ewigkeit haben für meinen Atem. Ich muß auch einmal alles
ganz klein sehen dürfen, sogar unser Lieben und Hassen.
- [1845]
Warum nicht?
Geschehe, was geschieht,
und wenn einer den andern
mordet,
hörst du das Leben nicht sagen:
Warum nicht -
- [1846]
Auch ein Stück Totentanz.
- [1847]
Die Großstädte
- [1848]
Zeitungen
S. 392
- [1849]
Satira Humana.
D[ie] Mystiker von heute.
- [1850]
Ein Lebensdurchschnitt. In gleicher Minute: Gymnasiastenplage,
Liebesseufzer, Matrosenandacht, Volksberatung, Fürstengähnen,
Selbstmord, Diebstahl, Begattung, Erfindung,
Dichter, Straßenpflasterer etc. etc.
- [1851]
Ein bißchen Wohltun, ein bißchen Argtun, ein bißchen Wollust,
ein bißchen Keuschheit - ne quid nimis
. Ihr kraft- und chaosloses,
verstümpertes und versündetes Wasserblut - Menschen -
ohne Fäuste in der Seele - nur in der Tasche.
- [1852]
Kindliches und Gro
ß - Berlin. Satirisches!
Ich sah den Menschen unserer Zeit, er hatte einen großen Platt -
und Lahmfuß, den hieß er (christlichen) Kultus. Ich sehe ihn
durch die Zeit hinken.
- [1853]
Der Magen, der Urborn alles Menschenwerks.
Kommentar
- Zu finden in der
- Stuttgarter Ausgabe: Band 5, S. 390ff.