Aphorismen - Natur - 1897
S. 64
...
1897
- [236]
Rhythmisch bewegte Luft ist gewissermaßen farbige Luft. Wirkung
der Glocken.
- [237]
Das macht uns den Sternenhimmel so unerfaßlich und fürchterlich
feierlich und erschütternd herrlich, daß wir lauter Summen
gegenüberstehen, lauter Quintessenzen. Mühelos sammeln wir
das halbe All in unserm Auge. Es ist ein Gedanke, nicht auszudenken.
S. 65
- [238]
Warum sollte die Erde nicht innerlich durchleuchtet sein?
Warum die Gold- und Silberadern nicht im geheimen von den
Strahlen eines Lichtes leuchten, für das wir keine Augen haben?
Warum sollte die Erde nicht wie eine Hummel brummen, da sie
doch nichts andres ist und gewiss nicht langsamer fliegt als eben
ein solcher Brummkäfer. Ich meine sogar, die Erde muß ähnlich,
aber viel gewaltiger und vielfältiger heulen, wie der Sturm, der
über unseren Dächern und Wäldern dahinbraust. Daß wir aber
selbst auf Bergen und im Luftballon so gar nichts hören, liegt
vielleicht doch daran, dass wir, wie die Pythagoräer sagten,
Schmieden in einer Schmiede glichen, deren Ohren den Lärm
nicht mehr als Lärm empfinden. Wir stehen nicht außerhalb des
Klanges, wir klingen ja vielleicht selbst mit.
So wuchtet mächtigen Gesanges
die Erde ihre Ätherbahn (Sonnentanz).
- [239]
Die Liebschaften der Winde.
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Kommentar
- Zu finden in der
- Stuttgarter Ausgabe: Band 5, S. 64f.